Annegret Kramp-Karrenbauer: CDU-Chefin will Kanzlerkandidatur im Herbst 2020 klären

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer strebt nach eigenen Worten keine vorzeitige Ablösung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. In einem Interview mit der Zeitung Welt am Sonntag sagte die Parteichefin, ein “mutwilliger Wechsel” im Kanzleramt sei nicht ihr Ziel. Schließlich seien Merkel und die Regierung für die gesamte Legislaturperiode gewählt.

Die Bürger “erwarteten zu Recht”, dass Merkel die Verpflichtung, die mit ihrer Wahl einhergehe, ernst nehme, sagte Kramp-Karrenbauer. “Ich kann also für mich ausschließen, dass ich auf einen mutwilligen Wechsel im Kanzleramt hinarbeite”, fügte sie hinzu. Ihre Planung sehe vielmehr so aus, dass die CDU sich ein neues Grundsatzprogramm gebe und dann “im Spätherbst 2020” eine Kanzlerkandidatin nominiere.

Allerdings könne die Bundesregierung nach der Europawahl Ende Mai nicht einfach weiterarbeiten wie bisher. Darum soll es auf einer nach der Wahl angesetzten Klausurtagung gehen. Der vollständige Abbau des Solidaritätszuschlags bleibe ein Ziel der CDU auch, wenn die Steuerschätzung geringer ausfalle. Im Falle einer Kabinettsumbildung nach der Europawahl nimmt Kramp-Karrenbauer dem Bericht nach für sich in Anspruch, über die Auswahl der CDU-Minister gemeinsam mit der Bundeskanzlerin zu entschieden: “Das wäre eine einvernehmliche Entscheidung”. Sie persönlich strebe aber keinen Kabinettsposten an.

Auf die Frage, ob Merkel und sie Freundinnen seien, reagierte die CDU-Chefin zurückhaltend. Freundin sei für sie ein “privater Begriff” für jemanden, mit dem sie “im Sandkasten gespielt habe” oder zur Schule oder Uni gegangen sei. Merkel und sie seien aber “so etwas wie Weggefährtinnen”, sagte Kramp-Karrenbauer.

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